Nachtböen

Wie der Wind ums Häusereck, es umrauscht,
ruppig greift er durch die Nacht,
Wogen, heftig aufgebauscht,
und der Lauscher liegt und wacht.

Schlummernde Stille, tönendes Zerren,
heimelnd, mythisch regt's den Sinn,
Rhythmus, wer sind deine Herren,
taktvoll wiegt's die Salven hin.

Trautevolle Melodie-ë,
aufgeblasen aus dem Nichts,
wieder tönt die Brauserie-ë,
bis sie abermals gebricht's.

Trächt'ge Böen zielen schwingend,
ihr Geheul die Läden wellt,
Baum wie Heimstatt fest umspringend,
wohl'ges Brummein wi(e)derschellt.

Hei, die nächt'ge Seele trägt,
hell auflehnt auch sie der Wind,
all die Wurzeln angeregt,
ihre Schuh voll Freude sind.

Wehungsvolle spricht ein Dröhnen,
klebt an allen Lebens Ohr'n,
will im Sturme so versöhnen,
Blüten all, die eingefror'n.

Schauervolles sich anheimeln
regt auch die im Warmen steh'n,
und getragen Samen keimeln
auf dem Feld, den Wiesenseen.

Allda Schöpfung treibt im Sturme,
Kreatur im Ungestüm,
klar im allerkleinsten Wurme
füllt sich Dank den Lebensmüh'n.

Alles preist dem Fortbestehen,
wenn sie tastet sich vorbei,
wind'ge Flut, wie wohlbesehen,
neu gesetzt den Odem frei.

Möcht der Sturm uns nur beleben,
möcht er kommen und vergeh'n,
möcht er seine Opern weben,
bis zum Wieder-stille-steh'n.

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