Horizont

Von seltsamen Spielen bist du umgeben,
von seltsamen Jägern und Gründen,
geschwind und eh' du kannst richtig schauen,
hat man dich schon festgebunden.

Schon bist du gepflockt, trägst Klappen gar schön,
wirst wohl nun nichts verbotenes seh'n;
und wer nicht schaut kann auch nicht scheuen,
kann höchstens eifrig wiederkäuen.

Des Horizonts weite Peripherie,
kann einer sie denn überschauen?
Doch Geist ungepflockt, Gehirn ohne Klappen,
trennt schärfer die Zonen, die weißen, die grauen.

Ein kleiner Strahl entfacht das Leuchten,
der Funken schwillet zur Feuersbrunst,
der Himmel beginnt sich helle zu häuten,
erweitert der Anblick - welch hohe Gunst.

Ein Buch, ein Spruch kann Anlaß sein,
ein Freund, ein Fremder kann's dir erweisen,
kann öffnen dir deiner Gedanken Schrein,
und langsam verglüht starres Eisen.

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